Freitag, 30. Juni 2017

Immer der Nase nach im Aromagarten Erlangen

Einmal im  Jahr lädt der Botanische Garten der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zum Aromagartenfest in den duftenden Kräutergarten an der Schwabach ein. Es gibt einige interessante Führungen zu verschiedenen Themen durch den Garten, u.a. von Katrin Simon, Dr. Elke Puchtler und dem Schmetterlingsexperten Stefan Mümmler
Pflanzen können an einem kleinen Kräuterverkaufsstand erworben werden und einige Kräuter können kreativ zu Duftkissen oder Eßbarem verarbeitet werden. 



Es gab eine Zeit, als ich öfters an dem Garten vorbei geradelt bin, wenn ich auf dem Weg in die Stadt unterwegs war. Das ist aber inzwischen fast 10 Jahre her und ich war doch neugierig, was sich dort inzwischen verändert hat. Einen Foto-Vergleich habe ich nicht mehr, aber ein Garten wird meistens mit der Zeit immer schöner, wenn er eingewachsen ist und so ist es auch mit diesem herrlichen Duftgarten. Dazu kommt vielleicht, dass ich inzwischen mehr Pflanzen kenne, als das früher der Fall war. Dann geht man doch mit anderen Augen durch die Kräuterlandschaft.



Zu den Aromapflanzen zählen Kräuter, die Ätherische Öle, schwefelhaltige Aromavorstufen in Lauch-Gewächsen, Senföle in Kreuzblütlern, Bitterstoffe oder Scharfstoffe enthalten. Sie können als Arznei, Gewürz und für Kosmetik verwendet werden. So ist das Naschen an einem Wermut-Blatt nicht unbedingt ein angenehmes Geschmackserlebnis, aber Kosten an bekannten Blättern ist hier erlaubt. Man sollte sich aber auskennen.....


Seit der Eröffnung des Gartens 1981 entstand hier eine Vielfalt von ca. 120 heimischen und auch exotischen Arten, die mit ihrem Duft die Nase verwöhnen. Ganz besonders natürlich jetzt im Juni. 
Ursprünglich wurde der Garten zu Forschungszwecken angelegt und diente dem Institut für Botanik und Pharmazeutische Biologie als Experimentierfläche.

Die eigentlich riesige gelbe Königskerze wird an einer Stelle noch vom Medizinalrhabarber (Rheuma palmatum), einer uralten Heilpflanze,  übertrumpft (oben rechts).




Inzwischen für Besucher offen, fühlt man sich entlang der Kalkschotterwege und der kleinen Hügel ein bisschen wie im Urlaub in Italien oder Südfrankreich. 




Der rote Klatschmohn hat sich vermutlich von alleine eingefunden, genau wie die Königskerzen. In meinem Garten ist das gerade ähnlich....hier darf aber bleiben, was auch den Insekten und dem Auge gefällt. 


Zusammen mit Wimper-Perlgras lassen Färberkamille, Schafgarbe und Kartäusernelken ein Bild entstehen, wie von der Natur geschaffen. Die meisten Pflanzen samen sich aus und müssen dann doch im Zaum gehalten werden, damit es immer noch ansprechend aussieht und nicht verwildert.




In der Ecke für die Salbeiarten ist der Muskatellersalbei der König unter den Pflanzen....ich habe ihn gerade im Garten und freue mich täglich an dieser stattlichen Staude mit dem besonderen Duft.
Natürlich dürfen duftende Rosen in so einem Aromagarten nicht fehlen. 





Schon von weitem wird man von einem Duft im Moment ganz besonders angezogen. Er lockt die Bienen in Scharen an.....und die Pflanze hat fast meine Höhe. Es ist also auch im stehen möglich, daran zu schnuppern.....




Da der Garten zum Botanischen Garten gehört, sind an den Pflanzen Schilder angebracht. Sonst hätte ich es nicht gewusst.
Es handelt sich um die Seidenpflanze, Asclepias syriaca, auch Wild Cotton.
Sie steht jetzt auf meiner Wunschliste ganz oben....:-)

Nun gehen wir noch zum Kräuterstand, der sich ganz passend neben der Blumenwiese befand, so dass sich die Bienen gleich über den dort angebotenen Bienenpflanzennektar hermachen konnten.






Bei den Teepflanzen aus dem Koffer reiste dann eine weißblühende Melisse zu mir nach Hause, die ihr Aroma auch nach dem Trocknen noch behalten soll.

Der Vortrag von Stefan Mümmler zur Entwicklung eines Distelfalters war ziemlich interessant, da er sogar Distelfalterraupen, Eier, Puppen und gerade geschlüpfte Falter zum Freilassen in die Natur dabei hatte.



Diesen Aromagarten, den Botanischen Garten Erlangen und noch 35 andere Kräutergärten in Bayern findet ihr auch im Buch

Bayerns schönste Kräutergärten von Marion Reinhardt, eine Kräuterexpertin, die ich ehrlich gesagt um die Recherche zu diesem Buch beneide.....:-)) 
Heilpflanzen, Gewürze und Wildkräuter entdecken

aus dem volk.verlag Bayern, Hardcover, 24,90 EUR

Es ist eins meiner Lieblingsbücher im Moment und ich habe mich riesig gefreut über dieses Geschenk von ihr, die mich ursprünglich zum Bloggen inspiriert hat........



Naturdonnerstag bei Ghislana/ Jahreszeitenbriefe

Donnerstag, 22. Juni 2017

Skabiosen-Flockenblume und andere Wiesenbewohner im Juni

Nach dem Post vom letzten mal bin ich nun Spezialist für Flockenblumen geworden und kann die  Skabiosen-Flockenblume von der Wiesen-Flockenblume unterscheiden und die im Garten gepflanzten Centaurea montana (Berg-Flockenblume) von der  Wilden aus dem Kaukasus, der Centaurea dealbata. Letztere will hier noch gar nicht blühen. 
Vielen Dank für eure Hilfe beim Mitbestimmen....:-) Bei dem ersten Foto handelt es sich um die Skabiosen-Flockenblume. 



Nun ist es ja meistens so, dass ich kaum Fotos machen kann, wenn ich per Rad unterwegs bin. Vor zwei Wochen aber bot sich die einmalige Gelegenheit, ganz in Ruhe zu schauen und haufenweise Fotos vom blumigen Wiesensaum zu schießen. Ich hatte einen richtig üblen Platten.
Natürlich nicht mal die Luftpumpe dabei und auch das Fahrradflickzeug lag zu Hause in der Garage. Ca. 5 km waren es bis dorthin...das kann man auch zu Fuß gehen. Wenn nur nicht fast 30 Grad gewesen wären und zu allem Überfluss die Sandalen, trotz Leder, Blasen an den Füßen verursachten. 

Während also der Rest der Familie Hilfe in Form von Flickzeug holte...machte ich mich mit dem platten Rad und Kamera bewaffnet auf den Heimweg....



Jedes Dorf ist hier von mindestens einem Weiher umgeben, oft mit Karpfen, manchmal aber auch ohne....einfach nur mit Froschkonzert, das wir hier abends oft auf der Terrasse hören können..



Schafgarbe in Kombination mit Esparsette, die nur noch selten anzutreffen ist. Früher soll Esparsette als Kraftfutter für die schwer auf dem Acker arbeitenden Pferde gedient haben, wird aber seit Einzug der Traktoren nun nicht mehr angepflanzt. 
Die Esparsetten diesen als Futterpflanzen für die Raupen des Esparsetten-Widderchen und sind auf alle Fälle auch bei den Bienen beliebt.







An einigen Stellen die roten Kugeln vom Wiesenknopf und die rosa Moschus-Malve (Malva moschata) , die ich gerade wieder versuche, im Garten anzusiedeln.



Den gelben Wundklee hatte ich erst vor kurzem auf einem anderen Blog entdeckt...kannte ich noch nicht.
Die röhrenförmigen Staubblätter dienen vor allem langrüsseligen Insekten, wie Hummeln und Schmetterlingen als Nahrungsquelle. Sieht schon recht ungewöhnlich aus...



Verschiedene Nelkenarten, wie die gefiederte Kuckucks-Lichtnelke, die ganz treffend nach der Blütezeit im Mai/ Juni und dem gleichzeitigen Rufen des Kuckucks benannt wurde.



Glockenblumen und in der Mitte, der gelbblühende Odermenning


Stattliche Disteln, die man lieber aus der Ferne betrachtet....:-)


Die Vogelwicke ist bei Faltern sehr beliebt......kommt bei mir im Garten ziemlich häufig vor....und ist bei Menschen meist ein unliebsames Unkraut. Die Samen fliegen 1-2 Meter weit und rollen dann auch noch weiter.
Wer hängt denn da kopfüber....? 





Dann kam endlich etwas Schatten und auch das Flickzeug. Nur der Reifen ließ sich nicht flicken. Nach zweimaligen Versuchen musste die Luftpumpe herhalten. Damit kam ich dann immer 500 Meter weit bis zum nächsten Aufpumpen. 

Inzwischen ist das Rad mit einem neuen Schlauch versehen und schon wieder unzählige Fotos im Kasten, die unbedingt auf den Blog wollen......




Naturdonnerstag bei Ghislana/ Jahreszeitenbriefe

Sonntag, 18. Juni 2017

Wiesen-Flockenblume oder Skabiosen-Flockenblume

Der Monat Juni wird von mir zum fränkischen Wiesenblumenmonat erklärt. So viele verschiedene Blumenwiesen  sind mir bisher noch nicht begegnet, wie dieses Jahr. An den Straßenrändern und Radwegen...überall blüht es Bunt. 
Es scheint fast, als wenn hier der Gedanke angekommen ist, mehr für die Natur und die Insektenwelt tun zu müssen.  Das heißt aber auch, dass mir viele der Blüten unbekannt sind. Einige konnte ich teilweise schon auf anderen Blogs entdecken, wie den Wundklee oder die Bunte Kronenwicke. Unschlüssig bin ich bei der folgenden lila blühenden Wiesenblume.

Seitdem ich die Berg-Flockenblume im Garten habe, bin ich mir erstmal sicher, dass es sich um eine Flockenblume handelt....
Ist es die Wiesenflockenblume (Centaurea jacea) oder die Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) ?




Die Skabiosen-Flockenblume blüht ab  Juni bis in den Herbst. Sie wird gerne von Tagfaltern besucht, und hat besondere Bedeutung für den kleinen Fuchs und einige Weißlingsarten.
Bei mir schwirrte gerade der Kleine Fuchs auf den Blüten herum. Es war allerdings kaum ein Herankommen, da ringsum alles stachelig war.




Ein schwarzer Käfer mit weißen Flecken tauchte kopfüber in der Blüte ein und zeigte nur sein Hinterteil. Laut Google scheint das ein Trauer-Rosenkäfer zu sein. Noch nie vorher gesehen...
Er steht auf der Roten Liste in Deutschland und ist in Bayern sogar vom Aussterben bedroht (Rote Liste Bayern 1).





Vielleicht kann man an den Blättern erkennen, dass es sich um eine Wiesen-Skabiose handelt....
Die Wiesenflockenblume soll höchstens einfach gefiederte Blätter haben. Hier sieht es aber fast ein bisschen aus, wie Rucola....:-)




Dann fiel mir beim Sortieren der Fotos auf, dass ich die Wiesen-Flockenblume wahrscheinlich auch fotografiert habe. Die Blütenknospen auf den unteren Fotos sehen jedenfalls anders aus. Die Blütenfarbe ist etwas heller und die Blätter scheinen auch nur einfach gefiedert zu sein.



Wer kennt diese Wiesenblumen?

Und es blühte noch so viel anderes in der Wiese.....

  
 verlinkt zu Bunt ist die Welt  #122 Blatt und Blüte



Donnerstag, 15. Juni 2017

Ein Brandkraut kommt selten allein im Steppengarten

Natürlich ist der Juni unangefochten der Rosenmonat. Dann schleiche ich schnuppernd von Blüte zu Blüte durch den Garten,  gerne auch fünfmal an der gleichen Blüte, denn der Garten hat ja gerade einen Neustart hingelegt und da kann man die Blüten noch zählen. 
Seit diesem Jahr versucht allerdings eine ganz besondere Staude, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Entgegen allen Vermutungen, dass ich mich wohl noch mindestens ein Jahr auf Blüten gedulden muss, schoss das quirlige Brandkraut aus Elkes Garten auf einmal gleich dreifach in die Höhe. Während der mittlere Trieb noch unentschlossen verharrte, strengten sich die äußeren um so mehr an, die anderen Stauden im Beet zu übertrumpfen. 


Das Phlomis russeliana, das sich Russel-Brandkraut oder Syrisches Brandkraut nennt, hat nicht nur einen besonderen Namen, es hat auch ein besonderes Aussehen.
Es liebt eine sonnigen Platz, verträgt aber auch noch halbschattige Standorte. Absolut anspruchslos verlangt es nicht täglich nach der Gießkanne, wie seine neuen Nachbarn, die Sonnenblumen. 
Den Samen verstreut die Staude reichlich, da es auch im Winter noch eine gute Figur in den Beeten macht.


Wahrscheinlich wird aber bald die Lilie 'Noris King', eine Züchtung von Stefan Strasser aus dem  Hortus Lilium, versuchen, sich in den Vordergrund zu drängen. Lilien konkurrieren aber nicht mit den Rosen, eher versuchen sie die Beete mit ihren Blüten zu verschönern, wenn die Rosen Pause machen.
Vor einem Monat durfte ich endlich mal während einer Gartenführung in der Erlanger Lilienarche den wunderbaren Naturgarten bewundern.  Stefan Strasser sammelt und vermehrt vom Aussterben bedrohte Lilien. 
Eigentlich wollte ich mir diese Art Lilien nicht mehr zulegen, weil sie immer vom Lilienhähnchen befallen waren. Nachdem ich den Gärtner fragte, ob er Probleme mit den Lilienhähnchen habe, fragte er mich, wie viele Lilien ich denn im Garten hatte. Nur eine? Alles klar, man sollte schon mehrere haben, sonst stürzen sich eben alle Käfer auf die eine Pflanze. Er suchte mir dann ein Exemplar heraus, das schon mal einige Ableger von unten treibt.



Wahrscheinlich sollte man auch mehrere Brandkräuter haben. Man kann natürlich geduldig warten, bis es als Samenschleuder um sich wirft oder Ausläufer treibt. Muss ich aber nicht....
Vor einem Monat ungefähr, erhielt ich aus dem Kleinen Staudengarten von Marita ein Paket  und das enthielt gleich mehrere Ableger von ihrem Russel-Brandkraut.




Auch diese Exemplare fanden einen Platz neben den Sonnenblumen und meinen geliebten gelben Rudbeckia 'Goldsturm'. Das Brandkraut braucht schließlich konkurrenzstarke Partner. Inzwischen ist noch eine geschenkte Färberkamille eingezogen. Geschossen ist auch der im Frühjahr ausgesäte Goldlack, ebenfalls aus Elkes Garten. Daneben eine gefundene Schwertlilie, die jemand im Wald entsorgt hatte. 

Zusammen mit der Färberkamille erhielt ich diese Woche einige andere Pflanzen. Ein Topf war beschriftet mit 'Sämling von Blume aus Nachbars Garten'. Inzwischen kenne ich mich ja aus.....es zog also das dritte mal ein Brandkraut in den Garten. Also, wenn das so weitergeht.....:-)
Vielleicht sollte ich ja ein Steppenbeet draus machen. 




Im Botanischen Garten Leipzig blühte das Brandkraut wunderbar im Steppengarten. So hätte ich das auch gerne mal....:-))
Im Vordergrund ein gelbblühendes Kurdisches Fingerkraut. 


und in Rosa die Bunte Kronenwicke (Securigera varia) 



In Kombination mit der Purpur-Witwenblume, Knautia macedonica






Nicht nur Phlomis russeliana.....

Phlomis agraria, Acker-Brandkraut






Phlomis purpurea, Jerusalem-Salbei


Hier geht es zum Teil 1 des Botanischen Garten Leipzig


Naturdonnerstag bei Ghislanas Jahreszeitenbriefe

Samstag, 10. Juni 2017

Botanischer Garten Leipzig - I

Der Botanische Garten meiner Lieblingsstadt Leipzig ist der ältesten Botanischen Garten Deutschlands und zählt sogar zu den ältesten Botanischen Gärten der Welt.

Obwohl ich ja Leipzigerin bin, kannte ich den Garten noch nicht und er stand schon länger auf meiner Wunschliste. Endlich gab es mal etwas freie Zeit und zusammen mit der Schwester und einer Freundin erkundete ich am Pfingstmontag den herrlichen Garten.


Taglilien zusammen mit Zierlauch und der essbaren Winterheckenzwiebel in einem Beet


Viele Geranium-Arten blühten gerade





Sehr hübsch der Pyrenäen-Reiherschnabel



Üppig, Geranium cantabrigiense 'Kamina', der Cambridge Storchschnabel in Weiß



Rechts ein sehr stacheliges Beet mit Morina, die ich nun auch im Garten habe...aber nur einmal


Ebenfalls stachlig, die Wilde Karde
Man nennt sie auch Zisternenpflanze, weil die Blätter ein trichterförmiges Wassersammelbecken bilden, was bei dem feuchten Pfingstwetter gut zu erkennen war.


Die Mariendisteln blühten





Bartfaden mit Hummelbesuch


Noch eine Hummelpflanze, der Wollige Fingerhut


Um was es sich bei dem weißen Blütenmeer handelte, konnte ich leider nicht herausfinden.
Daneben die verblühten Samenstände von Pulsatilla.







Geschichtliches

In den 5 Jahrhunderten seines Bestehens wechselte der Botanische Garten viermal den Standort. 1539 entstand erstmalig die Idee, einen Medizinalpflanzengarten, den Hortus medicus, anzulegen. Ermöglicht wurde das durch die Schenkung des Dominikanerklosters St. Pauli durch Herzog Moritz von Sachsen an die Universität Leipzig. Ab 1543 befand sich der Pflanzengarten auf dem Gelände dieses Klosters.




Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Garten verwüstet und es entstand ca. 200 m entfernt im Jahr 1653 auf dem Gelände der heutigen Grimmaschen Straße ein neuer Botanischer Garten, der dort über 150 Jahre Bestand hatte.

1806 erhielt der Botanische Garten ein neues Areal nahe dem Gelände des heutigen Reichsgerichtsgebäudes. Obwohl dort ungünstige Bodenverhätnisse herrschten - es gab zwei Seen und einige Sümpfe - gab es 1857 bereits mehr als 10 000 Pflanzenarten, darunter eine aus 607 Arten bestehende Farnsammlung.
Aufgrund der Baupläne des Reichsgerichtsgebäudes musste der Garten 1876/ 77 erneut umziehen und auf diesem inzwischen mehrfach erweiterten Gelände befindet er sich auch heute noch.



Schwere Rückschläge gab es durch die Zerstörung des Institutsgebäudes, Gewächshäusern und Teilen der Außenfläche im 2. Weltkrieg. Die Überreste des Botanischen Instituts wurden abgerissen, der Keller verfüllt und dort ein asiatisches Steppenbiotop angelegt. Die Pflanzen in den zerstörten Gewächshäusern wurden Opfer der Kälte. Nur 26 Kalthauspflanzen konnten gerettet werden, wie der Erdbeerbaum, Zylinderputzer und Granatapfel.




Bereits 1954 waren die Schauhäuser wiederhergestellt. Neue Pflanzen stammten aus anderen nicht zerstörten Botanischen Gärten der DDR. Während der DDR-Zeit wurden wichtige Renovierungsarbeiten versäumt, so dass in den 80iger Jahren einige Gewächshäuser geschlossen werden mussten.
Das ist sicher auch ein Grund, warum ich den Garten noch nicht kenne. Er war einfach überhaupt kein lohnenswertes Ausflugsziel mehr.



Ganz anders heute. Seit 1999/2000 entstanden fünf neu gebaute Gewächshäuser, u.a. auch ein Schmetterlingshaus. Der Botanische Garten ist wichtige Ausbildung- und Forschungsstätte. Die Pflanzensammlungen bieten Ausbildungsmaterial für verschiedene Studienrichtungen, wie Biologie,, Pharmazie und Veterinärmedizin.


* * * * * *

Das nächste mal dann einen Blick in den sonnigen Steppengarten mit vielen Brandkräutern und einem besonderen Strauch, der von der Blauen Holzbiene  umschwärmt wurde