Sonntag, 20. November 2016

Lost Places #11

Der heutige Lost Place begegnete mir zufällig auf einer Wanderung durch das Trubachtal der Fränkischen Schweiz. Wenn man den Weg im Luftkurort Egloffstein zur Burg nach oben geht, kommt man am Marktplatz und diesem verlassenen Haus vorbei, das sofort auffällt.





Das alte Rathaus ist das zweitälteste Gebäude von Egloffstein aus dem Jahr 1358 und es steht sicher schon längere Zeit leer. Im Netz habe ich dazu folgendes gefunden:
Eine Architekturstudentin hat sich damit beschäftigt, wie eine zukünftige Nutzung des Gebäudes aussehen könnte, allerdings sei die Sanierung zu kostspielig durch die inzwischen vorhandenen Bauschäden. Aufgrund der touristischen Gegend konnte sie sich vorstellen, im Erdgeschoss Ausstellungsräume einzurichten. 
Im Gegenzug dazu befürworten einige Gemeinderäte einen Abriss des Hauses, um dringend benötigte Parkplätze zu schaffen...






Eine Rettung des Gebäudes bräuchte also, wie so oft, einen finanzkräftigen Liebhaber......




Kein Lost Place ist dagegen die Burg Egloffstein, das älteste Gebäude des Ortes aus der Zeit um 1150, das sich immer noch im Privatbesitz des Freiherren v.u.zu Egloffstein befindet. Im Schloss gibt es Ferienwohnungen mit herrlichem Ausblick ins Trubachtal.













Dieser November hatte überwiegend grauen Himmel und auch Frost bis -6 Grad gab es schon. 

Ganz selten gab es aber auch Tage, wie diese, wenn nach tagelangem Regen die Sonne zum Vorschein kam. 



Für Lottas Novemberstimmung ein Foto aus der Fränkischen Schweiz.

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Gibt es noch mehr Lost Places? Dann könnt ihr sie hier verlinken, auch noch nach dem 20.12.




Donnerstag, 20. Oktober 2016

Gärtnern am Lost Place #10

Am 20. ist es wieder Zeit für einen neuen Lost Place. 
Eher zufällig bin ich im Juni an diesem verlassenen Gebäude in Freiberg vorbeigekommen. Zuerst war nicht viel mehr, als ein von Hecken zugewachsenes Tor zu sehen. 


Ein Stück weiter die 'Schöne Gasse' gelaufen, bot sich der überraschende Anblick eines sehr alten Fabrikgebäudes.


Durch die teilweise kaputten Fenster konnte man nach innen schauen, der Platz vor dem Haus wird offenbar als Parkplatz der benachbarten Anwohner genutzt.
Die letzte Firma nannte sich wohl ELG Metallhandwerk Freiberg. Mehr konnte ich leider nicht herausfinden.




Das Gebäudekomplex bestand aus mehreren Teilen, von dem alten Steingemäuer scheint schon der obere Teil zu fehlen. Ganz herrlich blühte der Holunder dort im Juni. Der alte Wohnwagen diente als Abstellraum für alte Gartenmöbel.



Ein recht erfreulicher Anblick bot sich dann im Hof rings um die alte Mauer. Hier wurde der Raum zum Gärtnern genutzt. In alten Zinkwannen und in Palettenhochbeeten wuchsen die unterschiedlichsten Dinge.



Hier unten könnt ihr nun wieder eure Lost Places verlinken.

Es ist im Moment ziemlich ruhig geworden, hier auf dem Blog. Bisher konnte ich mich noch nicht dazu durchringen, aus dem neuen Garten zu berichten.
Der Abschied ist mir nicht leicht gefallen....aber es wird natürlich auch hier wieder gegärtnert, auch wenn ich wieder von vorne anfangen muss, denn besonders viel mitnehmen konnte ich nicht durch die große Entfernung.



Dienstag, 20. September 2016

Lost Places #9 und Mädelsüß im Striegistal

Schon ist wieder der 20. und damit Zeit für einen neuen Lost Place, der mir aber schon im Juli auf einer Radtour begegnet ist.
Im sächsischen Striegistal, in dem es sich gut wandern lässt, findet man einige alte Mühlen, die teilweise auch noch genutzt werden. Ganz verlassen und schon ziemlich von der Natur erobert, findet man die Kirstenmühle. Wenn nicht ein Hinweisschild stehen würde, könnte man sie fast übersehen.


Umrahmt von Efeu und Schlingpflanzen, Farnen und viel Wildwuchs, ist das Marode am Gebäude kaum noch zu erkennen.


Die Mühle diente einst der Stromerzeugung, war aber schon nach kurzer Zeit den technischen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Der Rücklauf zur Strigis war zu flach, wodurch bei hohen Wasserstand der Striegis das Rücklaufwasser wieder in den Abwassergraben gedrückt wurde.
Die Turbinen liefen dann nicht mehr oder sogar rückwärts....wie man auf dem Schild nachlesen kann.


Die alte Eibe lässt kaum noch einen Blick auf die blauen Fensterläden zu.
Es wäre interessant, ob hier auch mal jemand gewohnt hat, aber ich habe nichts weiter über die Mühle herausfinden können. 


Auf der Radtour sind uns mindestens zwei Mühlen begegnet, die heute noch erhalten sind und genutzt werden.
Die Wiesenmühle dient als Gasthaus und in der Schubertmühle wird nach jahrelanger, liebevoller Sanierung ganz traditionell Senf gemahlen. Diesen wunderbaren Senf haben wir schon probiert...sehr empfehlenswert.

Beeindruckt fand ich die blühende Wiese in der Nähe, auf der flächendeckend Mädelsüß
(Filipendula ulmatia) wuchs.
Um was es sich handelt, habe ich aber erst später herausgefunden.
Elke/ Günstig Gärtnern empfiehlt diese Pflanze in ihrem Buch 'Heimische Pflanzen für den Garten'.


Dort war ein großes Gewimmel an Insekten und verschiedenen Schmetterlingen, die ich nur leider nicht fotografieren konnte. Ein kleiner Blauer war immer schneller, als ich und viele Brennnesseln wuchsen in der Wiese davor.

Obwohl das Mädelsüß  feuchte Wiesen liebt, soll es im Garten auch mit trockenen Standorten zurecht kommen.
Aufgrund der Größe eignet es sich gut als Beethintergrund. 
Die weißen Blüten erscheinen von Juni-August.







Freitag, 19. August 2016

Lost Places #8 - Porzelline Freiberg

Im Moment noch unter erschwerten Bedingungen im Netz, möchte ich aber trotzdem an der Tradition festhalten, jeden 20. im Monat die Lost Places zu posten.

Diesmal habe ich bei dem ersten Gebäude des Freiberger Porzellan, auch Porzelline genannt, vorbeigeschaut oder besser gesagt, bei dem, was noch übrig ist. Der größte Teil wurde 2011 abgerissen.



Das erste Porzellanwerk Freibergs wurde 1904 als Zweigniederlassung der Kahla AG gegründet. Die Stadtverwaltung unterstützte das Unternehmen, um die vielen freiwerdenenden Arbeitskräfte aus dem Bergbau unterzubringen.
Dafür wurde 1904-06 an der Frauensteines Straße ein moderner, architektonisch bemerkenswerter Industrieneubau mit sechs Rundöfen und einem eigenen Dampfkraftwerk errichtet. 

Vorne Mitte, heutiges Landratsamt, Ecke hinten heute ein Lost Place






Hier wurde zunächst elektrotechnisches Porzellan, wie Hochspannungsisolatoren, produziert und seit 1924 zusätzlich Haushaltsporzellan. Die Formen Mathilde, Toskana, Paula und Niemayer entstanden zwischen 1924 und 1929.



1932 wurde das Werk aufgrund der Weltwirtschaftskrise stillgelegt, was erhebliche soziale Auswirkungen auf die Stadt Freiberg hatte. Immerhin wurden zuletzt 770 Beschäftigte gezählt.




Von 1932 bis 1945 wurde kein Porzellan mehr in Freiberg gefertigt. Zur Neugründung 1945 zogen die Freiberger Porzellanwerke in das Gebäude der ehemaligen Hildebrandschen Werke, siehe Lost Places #7.



Dafür befand sich aber im Gebäude seit 1943 unter dem Tarnnamen Freia GmbH, ein Betriebsteil der Arado-Flugzeugwerke Potsdam-Babelsberg, das zu einem führenden Luftrüstungsunternehmen Deutschlands gehörte. Da hier etwa 6000 Arbeitskräfte fehlten, bekam die Freia GmbH ein Außenkommando des KZ Flossenbürg, das aus rund 1000 weiblichen, jüdischen Häftlingen bestand, die zu einem großen Teil aus Auschwitz/ Polen und der ehemaligen Tschechoslowakei kamen.
Mehr dazu u.a. auf der Webseite Juden in Mittelsachsen, Freiberg.




Der jüdische Werksleiter der Freiberger Porzellanwerke seit 1904 erhielt noch 1929 die Ehrendoktorwürde der Bergakademie. 1930 scheidet er aus dem Unternehmen aus, wird 1933 von der Ehrenliste gestrichen und begeht 1939 den Freitod. Seit 1996 erhielt das ehemalige Verwaltungsgebäude des heutigen, renovierten Landratsgebäudes eine Ehrentafel und er wurde wieder in die Ehrenliste aufgenommen. Seitdem ich vor ungefähr einem Jahr von der  Geschichte des Gebäudes erfuhr, bin ich doch sehr nachdenklich dort vorbeigelaufen. 

Das Gelände ist großräumig eingezäunt, so dass man nur aus der Ferne fotografieren kann. Hier die Rückansicht, total zugewachsen.





In einem Umbau mit Erweiterung wurden vor einiger Zeit moderne Loftwohnungen gebaut. 
Neues unmittelbar neben einer Ruine, die teilweise noch als Gewerbefläche genutzt wird. Das Eck ist noch recht gut erhalten. Preiswerte Gewerbeflächen...




So sah diese Ansicht 1913 aus...der Anbau ist höher geworden.


Der Lost Place befindet sich heute ca. ab dem Schornstein rechts, also das was man auf dem folgenden Bild von 1908 sieht.


Bilder und Angaben zur Geschichte aus dem Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg,
Sonderausstellung 'Weiße Diamanten'

Ein wenig von dem Geschirr kann ich euch dann ein anderes mal zeigen...

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Ich hoffe, dass das falsche Telekom-Kabel im neuen Haus bald in Ordnung kommt und ich auch wieder eure Blogs besuchen kann. Es kann noch dauern...Verlinkung ab 20.08. , 6 Uhr, möglich. Eigentlich wollte ich den Beitrag planen, hab ihn nun aber schon abgeschickt...



Mittwoch, 3. August 2016

Unter alten Platanen...

Am letzten Freitag wurde der Palaisommer, das Openair Kulturfestival im Dresdner Palaigarten, eröffnet. Den ganzen August findet hier unter den zwei uralten Platanen Kultur und Kunst statt. 
Eintritt wird für die Veranstaltungen nicht verlangt, eine kleine Spende ist aber erwünscht.

Nach langer Parkplatzsuche....immer ein Problem als Nicht-Dresdner....trafen wir etwas verspätet auf der großen Wiese zwischen Elbe und Japanischem Palais ein. Eugene Mursky, ein usbekischer Pianist, spielte bereits auf dem erhöht stehenden Flügel und wir suchten uns einen Platz in der Nähe der beiden riesigen Platanen mit Blick in Richtung Semperoper.








Ursprünglich wurde der Palaigarten 1715 als Barockgarten angelegt und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in einen Nutzgarten der Hofgärtnerei umgewandelt.

Die beiden Platanen im Palaigarten wurden in dieser Zeit um 1770/80 angepflanzt. 
2013 muss eine der Platanen gebrannt haben, aber ich konnte nur zwei ziemlich gut aussehende Bäume entdecken....
Auch die Pilzkrankheit im Frühjahr des letzten Jahres schien ihnen nichts ausgemacht zu haben. Dann wirft eine Platane schon kurz nach dem Neuaustrieb ihre Blätter wieder ab, treibt dann aber meistens wieder neu aus.



Mursky spielte eine Stunde lang durch und es wurde langsam dunkel. In der Pause konnte man den Blick in Richtung Frauenkirche genießen...



...und die Kunstausstellung Pleinair besichtigen, Openair ausgestellte Kunst im großen Rundbogen vor dem Palais.


Zwei Bäume....die Platanen?


Viele Elbblicke, wie das Hochwasser von 2013 im folgenden, als die Brücke kaum noch zu sehen war.





Nachtschwärmer

Nach der Pause wurde im Dunkeln weitergespielt. Noch mal eine Stunde und Zugabe....
Es war eine traumhafte Stimmung bei herrlicher Musik.

Am Schluss noch mal an der angestrahlten Platane vorbei...was für ein Blätterdach!



Einen ganz kurzen musikalischen Eindruck habe ich noch für euch aufgenommen.....nur 1 Minute.




Die Platanen schicke ich zu Ghislanas Baumfreunden

Montag, 1. August 2016

Guerilla Gardening Freiberg

Inzwischen sind die Milchtütenpflanzen umgezogen zu meinem 12tel Blick an den Wernerplatz in Freiberg.
 Natürlich wäre es lustiger gewesen, sie mitsamt der Milchtüten aufzuhängen. Dann hätte ich sie allerdings regelmäßig gießen müssen. Da ich mich in Zukunft nicht mehr drum kümmern kann, werden sie alleine mit dem Wetter fertig werden müssen und ich hoffe, dass die Stadtgärtner nicht mit dem Rasenmäher rübergehen. 
Die Blumenwiese ist inzwischen sauber abgemäht.



Ausgerüstet mit einer Wasserflasche, Schaufel und den Milchtüten bin ich an einem der letzten Julitage zum Guerilla Gardener geworden...:-)

Vorne rechts ist die bunte Mini-Anpflanzung

Ich habe den restlichen Löwenzahn mitsamt der Wurzel entfernt und war froh, dass es die letzte Zeit so viel geregnet hat. Damit war die Anpflanzung für mich recht einfach. Auch die Erde rings um die Granitsäulen schien mir ganz ordentliche Gartenerde zu sein.
Dann nur noch ein paar Bindfäden gespannt...fertig.



Nur ein Busfahrer schaute mir verwundert zu....sonst schien es - zum Glück -niemand zu interessieren, was ich dort mache. 



Dort wachsen jetzt also an der völlig kahlen Säule ein paar aus dem Garten ausgegrabene Ringelblumen, die Prunkwinde und Kapuzinerkresse.
Die Prunkwinde hat sich nur zu Hause mit geöffneten Blüten gezeigt...sie blüht ganz herrlich lila.

Die restliche Bepflanzung wuchert so vor sich hin, ohne dass sich jemand drum zu kümmern scheint, dass die Drähte zum Hochranken teilweise fehlen.



Sei du selbst die Veränderung,
die du dir wünschst,
für diese Welt.

Mahatma Gandhi



Es fahren aber tatsächlich Busse dort, auch wenn sie nicht unbedingt im Focus stehen...
nur Menschen sind abends nicht mehr viele unterwegs.
Ich habe diesmal extra eine ganz ruhige Zeit gewählt...

Die 12tel Blicke sammelt Tabea



Bei mir zu Hause sieht die Prunkwinde schon etwas besser aus, denn sie war etwas eher gepflanzt worden....und sie darf mit umziehen...;-)