Dauerblüher im Herbst schneiden

Ich zähle mich zu den Verfechtern, die eigentlich gar nichts im Herbst abschneiden. Etwas wild sieht so mein Herbstgarten aus im Vergleich zu Nachbars Garten, wo alle Rosen jetzt schon fachgerecht gestutzt aus den Erdhäufchen schauen und die Stauden einheitlich in Katzenaugenhöhe enden.


Jetzt musste ich lernen, dass mein Weg auch nicht immer der Richtige ist.



Während einige Stauden und Gräser dem Garten im Winter Struktur geben oder die Samenstände den einen oder anderen Vogel über den Winter retten, gibt es andere, die meine Vorgehensweise übel nehmen und im nächsten Jahr nur noch spärlich von sich hören lassen. Und das sind ausgerechnet die Hochleistungs-Blüher, die fast nicht zu merken scheinen, dass der Winter naht.

Ein Frühherbstschnitt ist sinnvoll bei Gaura (Prachtkerze). Hier habe ich vermutlich zwei verschiedene Sorten im Garten. Die oberste ist langstielig und hat zarte hellrosa Blüten, während die im Kiesbeet eher in die Breite wächst und niedrig bleibt. Die Blüten sind dunkler.

Im Juli hatte sie ihren größten Auftritt, aber sie blüht immer noch, wenn auch etwas spärlicher.

Juli 2014
Ein weiterer Dauerbrenner ist die Kokardenblume


Beetnachbar Alchemilla (Frauenmantel) soll auch geschnitten werden, aber schon gleich nach der Blüte. 
 
Juli 2014
Da die Blütenstände ohnehin braun und unansehnlich werden, mache ich das schon länger so. Bis zum Herbst ist dann ausreichend Grün nachgewachsen und bietet Marienkäfern eine tolle Winterbehausung. Deshalb bleibt Alchemilla bei mir von Herbst bis zum Neuaustrieb ungeschnitten. Der Asiatische Marienkäfer verspeist so im Frühjahr gleich die ersten Läuse an den Rosen.


Und noch ein unaufhörlicher Blüher ist das Mädchenauge (Coreopsis) im Herbstbeet.


Gräser kann man schneiden, wenn sie zu groß sind oder mit den Halmen um sich werfen.
Bei diesem Miscanthus sinensis 'Silberfeder' genieße ich den tollen Anblick der fedrigen Blütenstände. Es soll so robust sein, dass sich die Halme nach Schneelast sogar wieder aufrichten...also wird es natürlich nicht geschnitten.



Bei dem herrlichen sonnigen Wetter des beginnenden Novembers bin ich überhaupt noch nicht bereit, irgendetwas zu stutzen, was mich noch mit Blüten verwöhnt....
Ich genieße diese Tage, so gut es geht....immerhin hatten wir auch schon mal Schnee zur gleichen Zeit.
*****
Weitere Schnittempfehlungen gibt es für Färberkamille (Anthemis), Ochsenzunge (Anchusa) und Türkischen Mohn (Papaver).
Geschnitten wird ca. eine Handbreit über dem Boden

Stauden, die komplett einziehen, kann man als Winterschutz mit Laub abdecken.

Unbedingt schneiden sollte man:

Stauden, die von Pilzen befallen sind
Stauden, die sich nicht versamen sollen
Stauden, die im Frühsommer blühende Stauden behindern

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Kommentare

  1. Guten Morgen,
    das sind einfach herrliche Herbsteindrücke von deinem grünen Zuhause. Meine Prachtkerze hat den letzten Winter nicht überstanden und das wo er doch verhältnismäßig mild war. Nun ja, vielleicht probieren wir es nächstes Jahr noch mal zusammen. Ich mag diese Pflanze nämlich sehr.
    Liebe Grüße in den Sonntag sendet dir Stine

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  2. Vielen Dank für diesen lehrreichen Post. Irgendwann, wenn ich nächstes Frühjahr oder Sommer in F. bin, dann klingle ich an deiner Gartentür...;-). LG Lotta.

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    1. Gute Idee, Lotta, aber die Gartenpforte wirst du vergeblich suchen....*grins*
      LG Sigrun

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  3. Na, da bin ich mal gespannt, ob die Lotte bei dir klingelt! Man lernt jährlich im Garten und am Garten, er zeigt es uns schon. Wir haben ja hier sehr viel Wind und Sturm und oft 40 cm Schnee. Hohe Sachen lassen wir nicht stehen. Nur die niederen dürfen bleiben wegen Schutz für Boden und Tiere. Seit letztem Jahr schneiden wir auch die Hortensien im November runter, weil wir am Treppenaufgang nicht mehr vorbeikommen und immer nass sind.

    Sigrun

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  4. Irgendwie ist man noch gar nicht in Winterstimmun, ich habe gestern bei über 20 Grad den Balkon winterfest gemacht. Der Marienkäfer Marienkäferist ja herzallerliebst

    Liebste Grüße zu dir :-)

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  5. Danke für den kleinen Stauden-Schneide-Kurs und die schönen Gartenbilder!
    Ich lasse eigentlich auch alle Stauden gern den Winter über stehen, weil es hilfreich für die Tiere ist und auch weil es so schön aussieht wenn die kleinen Schneehauben auf den Samenständen sitzen. Bei unseren Nachbarn sieht es auch ähnlich aus wie du es beschreibst, während es bei uns eher chaotisch wirkt. Im Moment steht noch alles im Garten, doch ich werde deine Tipps beherzigen und mal sanft schneiden gehen.
    Danke dafür.
    Lieben Gruß Kerstin

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  6. Ich nehme das mit dem Schneiden nicht ganz so ernst! Was unansehlich aussieht wird geschnitten, was noch schön ist kann bleiben! Ganz praktisch in meinem Garten am Haus ist, dass die große Esche vor dem Haus ihre Blätter auch auf die Beete abwirft! So gibt es für meine Stauden immer eine ganz natürliche Laubdecke!
    Das Wetter ist heute wieder ganz wundervoll und man muss nach draußen!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  7. Liebe Sigrun,
    ich bin auch der alles stehn lasser im Herbst :-)))
    und schneide erst im Frühling. Mir gefällt es so wild
    und im Winter siehts immer noch nach Garten aus.
    Allerdings hast du recht - bei allen Pflanzen geht das nicht
    und man muss zur Schere greifen. Aber ist immer noch wild genug
    und kein durchkommen :-)
    Ganz viele liebe sommerliche Herbstgrüße :-)
    sendet dir die Urte

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  8. Bei mir gehts unterschiedlich, liebe Sigrun.
    Rosen habe ich oft auch nicht geschnitten, aber bei manchen leidet dann die Blühfreudigkeit, daher hatte ich mir dann angewöhnt, sie doch etwas herunterzuschneiden.
    Gräser mag ich auch total gern.
    Geschnitten habe ich bislang auch erst wenig. Manche Rosen, wenn tote Teile zu sehen waren ... es ist einfach noch zu schön :-)
    Und manche Samenstände lasse ich auch gern den Winter über stehen. Es schaut dekorativ aus und die Samen werden vermutlich von irgendwelchen Tierchen verspeist.

    Die Brennesseln schneide ich auch immer ab. Einige möchte ich im Garten stets beherbergen, schon wegen des gesunden Tees. Oder den Beinwell, denn so viel Beinwell möchte ich wahrhaftig nicht, daß er überall aus Samen noch aufsprießt. Ich freue mich schon auf den Kaukasischen Beinwell im nächsten Jahr, der blau blüht.

    Bei Dir blüht noch mehr als in unserem Garten. Wollte gestern meiner Mutter eigentlich ein Sträußchen mitnehmen, aber da war "nichts" - jedenfalls nichts Nennenswertes ;-)

    Liebe Grüße und eine schöne neue Woche
    Sara

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  9. Liebe Sigrun, ich schneide eigentlich die meisten Stauden im Herbst zurück, zumindest so, dass sie sich bei Schneelast nicht über das ganze Blumenbeet ausbreiten. Stehen lasse ich nur für mich dekorative Samenstände. Die Mädchenaugen wurden bei mir leider ziemlich von den Schnecken heimgesucht, genauso die Winterchrysanthemen, so dass es hier mit Winterdeko wohl nichts werden wird.

    lg kathrin

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  10. Hallo!

    Ich schneide auch grundsätzlich keine Stauden im Herbst und finde "aufgeräumte" Gärten im Herbst/Winter furchtbar. Von den Stauden, die Du oben genannt hast, habe ich allerdings auch (noch) keine im Garten.

    LG Alexandra

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  11. Liebe Sigrun,
    ich blättere noch immer durch dein Blog und bin jetzt auf deine Herbstschnittempfehlung gestoßen. Bei mir wird bis auf den Lavendel auch alles erst zum nächsten Frühjahr zurückgeschnitten. Nun habe ich dieses Jahr wieder einen Pflanzversuch mit der Gaura gestartet (2x sind sie nicht über den Winter gekommen), jetzt lese ich, die sollten möglichst auch zurückgeschnitten werden? Momentan blühen sie noch, sollte ich jetzt noch zur Schere greifen? Ach, das würd' mir schwer fallen...
    Viele Grüße
    Kathinka

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    1. Ganz ehrlich, das fällt mir auch sehr schwer, aber die eine Gaura habe ich gestern gekürzt. LG Sigrun

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