Donnerstag, 27. Juli 2017

Sommer.....Sonne.....Juligarten

Beim momentanen Monsoon-Wetter vergisst man ganz schnell, dass der Juli (hier) ein sonniger und heißer Sommermonat war. In der Region hat es selten geregnet und meistens waren die Temperaturen so, dass man den Garten lieber im Schatten von der Terrasse aus betrachten wollte, dabei einen Eiscafé schlürfend und von einem Garten träumend, in dem alles von alleine wächst und sich automatisch bewässert....:-)

Sommertechnik......



Eiscafé ist gelungen...aber Gießkannenschleppen blieb mir nicht erspart. Auch das Wasser im Miniteich verdunstete oder versickerte regelmäßig. Die ehemalige Solarpumpe hatte den Geist aufgegeben und bei der neuen funktionierte der Akku erstmal nicht...ging zum Glück auch ohne.

Sommerterrassenträume......




Dafür gab es erste Ernteerfolge in Form einer gestreiften Zucchini, die ich aber nicht selber gezogen habe, weil mein Mini-Gewächshaus überfüllt war mit Goldlack, Agastachen und Malven in Weiß, Rosa und Lila.

Sommergemüse.....



Die Beerenernte ließ noch zu wünschen übrig, aber das braucht eben wieder seine Zeit, Dafür gab es einen erntereifen Pflaumenbaum und schon den ersten 'Zwetschgendatschi' (fränkisch Pflaumenkuchen ohne Streusel), weil nicht in jeder Pflaume eine Made wohnte. Ich denke, die Ausbeute lässt sich noch steigern.

Sommerobst.....


Das Beet konnte nicht ganz bepflanzt werden, weil die Schafgarbe einfach wachsen durfte, wie sie wollte und nun kann ich sie doch nicht mehr wegmachen...:-)



Die Gurken wachsen fast so schnell, dass man zuschauen kann. Ich musste sie schon von der Schafgarbe entranken und in die Höhe leiten, da in die Breite ja nicht geht.

Sommerchaosgarten....








Die Beete blühten  prima vor sich hin und haben mich selber erstaunt, wie viel nach einem Jahr im Garten wieder möglich ist. Der Anblick der grünen Wiese im letzten August hatte Gartendepressionen bei mir ausgelöst.

Sommersonnenbeete.....





Schnelle Erfolge hat man mit Prachtscharten, die man als Zwiebeln einfach in großen Mengen im Frühjahr in die Erde legt. Leider hat dieses Beet manchmal Sumpfeigenschaften, wenn es längere Zeit heftig regnet, wie jetzt gerade.... Sicher ist verdichteter Boden durch den Hausbau die Ursache. Vielleicht sollte ich dort lieber einen Teich anlegen....:-)
Jetzt hoffe ich, dass die Rose Louis Odier noch einmal zum Blühen ausholt. Geranium Rozanne lässt sich aber durch nichts abhalten...
Die Farbe der Taglilie ist leicht überbelichtet. Normalerweise ist sie ganz Dunkel.

Sommerblumen....


Ja, und dann die Freude über die endlich blühenden selbstgezogenen einjährigen Malven.

Die mauretanische Malve heißt bei mir Momo-Malve, weil der Samen aus dem Blumenkasten meines  Lieblingscafes in Freiberg stammt.

Sommermalven......



Die Weißen aus meinem Garten haben es auch geschafft.




Eine rosa Buschmalve, weil ich nächstes Jahr sicher keine Lust mehr auf die Malvenzucht habe....:-)


Eigentlich wollte ich sie gar nicht kaufen, aber sie musste gerettet werden. Eine fast verendete Stauden-Clematis Arabella.

Agastachen gibt es in allen Beeten, weil ich zusätzlich zu den selber gezogenen in der Staudengärtnerei noch andere hübsche Sorten entdeckt hatte.

Agastache mexicana 'Summer love'


Nur über die weniger gewordenen Schmetterlinge habe ich mich gewundert, denn Agastachen sind normalerweise magisch anziehend für Falter.
Trotzdem kamen einige im Garten vorbei...jetzt kann ich mich den Raupenfutterpflanzen widmen.
Oh, der Distelfalter war ja doch hier.

Sommerfaltergarten....

Distelfalter am Sommerflieder


Auf den neuen Steinen der Kräuterspirale sonnen sich schon die Falter.  Ich hoffe, dass auch bald Eidechsen hier ein neues Zuhause finden.




Die Kräuter stehen in der Warteschleife und warten nun auf die Fertigstellung.

Sommerkräuter.....



Es summte und brummte reichlich. Der hohe Muskatellersalbei  und die hohe Katzenminze hatte ebenso hohen Besuch von Frau Holzbiene, die ich aber kaum scharf stellen konnte....sie ist hyperaktiv.

Sommerinsekten....



Ich war so froh, dass ich die Terrassenmöhren vor dem Rasenmäher retten konnte....


Wilde Möhre

Das Vogelfutter hat sich reichlich ausgesamt. Die erste Sonnenblume blüht und denkt jetzt bestimmt, sie hat sich im Monat geirrt....

Sommersonnenblumen...



Ganz liebe Sommerpost von Claudia, BirgittMano und  Ghislana (v. l.) hat mich auch erreicht und die musste ich jetzt vor dem Regenfenster fotografieren. Nun muss ich aber auch mal schreiben.

Sommerregenpost...



Eine Collage zum Abschluss

Sommerfaltergarten....

um welche Falter es sich dabe handelt, könnt ihr in den letzten Juli-Posts nachlesen



Verlinkt zu Birgitts Monatscollagen
Naturdonnerstag bei Ghislana/ Jahreszeitenbriefe
Sommer bei Lotta/ Bunt ist die Welt

Montag, 24. Juli 2017

Schmetterlingsmagnet im Juli

Letzte Woche hatte ich mich gefragt, wo denn die Schmetterlinge im Garten sind, denn nicht mal am sonst heißgeliebten Sommerflieder war das Getümmel zu erkennen.  Das Tagpfauenauge war neben Distelfalter, Admiral und Kleinen Fuchs  der häufigste Gast im alten Garten. Die Sonnenhüte waren voll davon, auch die Margeriten und ganz neidisch schaute ich immer zu den Agastachen im Nachbargarten.
Jetzt habe ich auch einen Garten voller, sogar selbst gezogener Agastachen, aber auch da tummelt sich nichts und die Blüten des Oregano werden kaum besucht.


Admiral an Witwenblume Knautia macedonica


Das Problem der zu wenig vorhandenen Raupen-Futterpflanzen und des zu häufigen Mähen der Wiesen ist mir natürlich bewusst. Dass es gerade hier so sein soll, verstehe ich nicht. Sogar mein Nachbargarten hat riesige Brennnesseln, viele verwilderte Ecken, aber ohne jegliche Raupe.
Wo sollen sie auch herkommen, wenn kaum Tagpfauenaugen fliegen....ein Kreislauf.
Hier mal der seltene Gast...



Aber es gibt ja auch die Wanderfalter, wie den Distelfalter. Er schien zwar nach Freiberg 'gewandert' zu sein, aber den Weg hierher scheint er nicht geschafft zu haben. Im Aromagarten Erlangen war er aber sehr häufig zu sehen gewesen. Meine vielen Disteln im Garten dienen dann wenigstens den Wildbienen als Nektar.

Trotzdem war eine ganz andere Blüte hier der Schmetterlingsmagnet Nr. 1. , die eigentlich zweijährig ist, aber von der ich ganz viele Ableger aus dem alten Garten mitgenommen hatte.
Die Kronen-Lichtnelke, die im Beet an der Terrasse blüht. Ihre tiefen Trichterblüten scheinen wie für die Schmetterlinge gemacht zu sein. Ganz seltener Gast....der Schwalbenschwanz.

Schwalbenschwanz an Kronen-Lichtnelke

Schwalbenschwänze benötigen Dill, Fenchel, Petersilie oder ähnliche Doldenblüter als Raupen-Futterpflanze. Wie viele Pflanzen so eine Schwalbenschwanzraupe vertilgt, könnt ihr gerade bei Miuh auf dem Blog verfolgen...:-)
Bei mir gibt es Fenchel und ganz viele Wilde Möhren im Garten.

Bevorzugt angeflogen werden offenbar violette (besser noch einheimische) Blüten...siehe Schwalbenschwanz am Blaukissen.

Viel häufiger war der Zitronenfalter an den Kronen-Lichtnelken zu finden.


Ungefähr in der Mitte und damit gegenüber dem Schmetterlingsbeet befindet sich das sonnige Terrassenbeet mit Margeriten, Ehrenpreis und Kronen-Lichtnelken.







Fast schien dieses Beet eher den Namen Schmetterlingsbeet verdient zu haben....

Ochsenauge an der Margerite



Manchmal genügt aber auch schon ein Wiesenblumenstrauß mit heimischen Wildblumenblüten. Die sind um einiges beliebter bei den Faltern.

Tagpfauenauge an Wiesenskabiose




Welchen seltenen Falter hatte ich wohl hier zu Besuch?

Nachtrag
Ich habe es doch noch herausgefunden
Es ist der Mauerfuchs


Mauerfuchs am Sommerflieder


Für alle, die erst seit dem fränkischen Garten bei  mir lesen und mehr über den Blognamen erfahren möchten, klickt einfach mal 'About'....:-)


Donnerstag, 20. Juli 2017

Schmetterlingswiese Fränkische Schweiz

Im Garten entsteht gerade eine Kräuterspirale. Bisher hatte ich nie Platz für so ein Teil, obwohl ich ja Steine mehr als genug zur Verfügung hatte. Die dunkleren Gneissteine gefielen mir aber auch nicht so gut, wie die hellen Kalksteine, die es in der fränkischen Gegend gibt. 
Im Gartenboden hier lagern sie leider nur in Mini-Format. Für große Steine müssen wir das Auto nehmen und zu einem Steinbruch in der Fränkischen Schweiz fahren. Dort sind die Steine dann gleich noch mit Muster aus alten versteinerten Schnecken, also Ammoniten,  versehen.....
Spiralen für die Spirale. 





Oberhalb dieses Steinbruchs gibt es einen Acker am Waldrand und daneben eine Schmetterlingsblumenwiese.
Und hier möchte ich extra mal betonen...

....nicht nur Nektarpflanzen, auch Raupen-Futterpflanzen finden sich dort in großer Anzahl. Nur den Fotoapparat hatte ich mal wieder zu Hause vergessen.



Egal....während die Männer also nach Fossilien des Urmeers in den Steinen suchten, 
rannte ich (mal wieder) Schmetterlingen hinterher. 

Vielleicht seht ihr es ja auch...in der Wiese oben leuchtet es Gelb und das gehört zum gewöhnlichen Hornklee, der die wichtigste Raupennahrung für den Gemeinen Bläuling (Polyommatus icarus) bietet. Ebenso Rotklee, der in großen Mengen vorhanden war. 
Einem Bläuling  bin ich zwar nicht begegnet, dafür aber.....



....winzig klein auf der Kamille einem Braunen Waldvogel. der sich komischerweise auch Schornsteinfeger nennt. Denn er ist Braun und nicht Schwarz.
Die Falter saugen gerne an Blüten der Kratzdistel, Wald-Witwenblume, Brombeerblüten, Dost oder Bärenklau. Die Raupen ernähren sich überwiegend von Gräsern aller Art, so dass der Schornsteinfeger recht häufig vorkommt. In den Gärten wird man ihn wohl weniger antreffen, da der Englische Rasen doch sehr beliebt ist. Es gibt allerdings auch hübsche Gräser für den Herbstgarten, die man ja erst im folgenden Frühjahr schneidet. Das wäre dann sicher gut für diesen Falter.

Ja....dann habe ich ihn auch schon an seinen Lieblingsblüten erwischt....an der Acker-Kratzdistel. 




Als nächstes stellt sich der Dickkopffalter ein. Eine häufige Art ist der Schwarzköpfige Dickkopffalter (Thymelicus linoeola), der sich mit vielen Blüten zufrieden gibt. Gerne mag er die Acker-Witwenblume, Hornklee. Auch hier benötigen die Raupen Gräser zum Futtern.

Dickkopffalter an der Luzerne



Es wird also ganz deutlich, dass man die Falter fördern kann, wenn Gräser vom Sommer (Eiablage) bis zum nächsten Frühjahr nicht gemäht werden und an blütenreiche Flächen angrenzen.

Das Waldvögelchen schwärmt gerne zusammen mit dem Ochsenauge herum. Das konnte ich hier auch beobachten. An den Skabiosen-Flockenblumen ließ es sich ganz oft nieder.




Überhaupt...die ganze Wiese war voller Flockenblumen...ein faszinierender Anblick. Ich musste dann doch gleich mal Samen einkassieren, denn einige der Blüten waren schon verblüht.


Sehr oft habe ich diesen Sommer schon den Schachbrettfalter (Melanargia galanthea) entdecken können. Das ist sehr erfreulich.




Die Schachbrettfalter lieben Skabiosen, Flockenblumen und Disteln. Kein Wunder also....

Sehr interessant ist hier die Eiablage. Die Schmetterlingsweibchen lassen die Eier über den Wiesen ungezielt fallen. Die Eier sind besonders groß, da die vor dem Winter geschlüpften Raupen ohne Nährstoffaufnahme überwintern.  Die Raupen benötigen verschiedene Gräser während ihrer Entwicklung und wechseln zwischendurch sogar den Standort.

Disteln gibt es dort reichlich in allen Größen.





Zum Abschluss noch eine lila blühende Steinbruchpflanze...ähnelt etwas dem Wilden Thymian ???

Nachtrag:
Dank meiner kräuterkundigen Anne aus Dresden wurde hier der 
erkannt. 





Die roten Widderchen gab es auch in der Wiese, aber sie wollten sich gar nicht setzen, also leider ohne Foto.....nur der Vollständigkeit halber soll es hier erwähnt werden.

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Ich verlinke ab sofort eine Seite in der Leiste rechts, die hilft, Unkräuter zu erkennen.
Damit kann man überlegen, welche Raupenfutterpflanzen oder Nektarpflanzen man vielleicht im Garten in wilden Ecken stehen lassen kann.


Naturdonnertag bei Ghislana/ Jahreszeitenbriefe