Sonntag, 18. Juni 2017

Wiesen-Flockenblume oder Skabiosen-Flockenblume

Der Monat Juni wird von mir zum fränkischen Wiesenblumenmonat erklärt. So viele verschiedene Blumenwiesen  sind mir bisher noch nicht begegnet, wie dieses Jahr. An den Straßenrändern und Radwegen...überall blüht es Bunt. 
Es scheint fast, als wenn hier der Gedanke angekommen ist, mehr für die Natur und die Insektenwelt tun zu müssen.  Das heißt aber auch, dass mir viele der Blüten unbekannt sind. Einige konnte ich teilweise schon auf anderen Blogs entdecken, wie den Wundklee oder die Bunte Kronenwicke. Unschlüssig bin ich bei der folgenden lila blühenden Wiesenblume.

Seitdem ich die Berg-Flockenblume im Garten habe, bin ich mir erstmal sicher, dass es sich um eine Flockenblume handelt....
Ist es die Wiesenflockenblume (Centaurea jacea) oder die Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) ?




Die Skabiosen-Flockenblume blüht ab  Juni bis in den Herbst. Sie wird gerne von Tagfaltern besucht, und hat besondere Bedeutung für den kleinen Fuchs und einige Weißlingsarten.
Bei mir schwirrte gerade der Kleine Fuchs auf den Blüten herum. Es war allerdings kaum ein Herankommen, da ringsum alles stachelig war.




Ein schwarzer Käfer mit weißen Flecken tauchte kopfüber in der Blüte ein und zeigte nur sein Hinterteil. Laut Google scheint das ein Trauer-Rosenkäfer zu sein. Noch nie vorher gesehen...
Er steht auf der Roten Liste in Deutschland und ist in Bayern sogar vom Aussterben bedroht (Rote Liste Bayern 1).





Vielleicht kann man an den Blättern erkennen, dass es sich um eine Wiesen-Skabiose handelt....
Die Wiesenflockenblume soll höchstens einfach gefiederte Blätter haben. Hier sieht es aber fast ein bisschen aus, wie Rucola....:-)




Dann fiel mir beim Sortieren der Fotos auf, dass ich die Wiesen-Flockenblume wahrscheinlich auch fotografiert habe. Die Blütenknospen auf den unteren Fotos sehen jedenfalls anders aus. Die Blütenfarbe ist etwas heller und die Blätter scheinen auch nur einfach gefiedert zu sein.



Wer kennt diese Wiesenblumen?

Und es blühte noch so viel anderes in der Wiese.....

  
 verlinkt zu Bunt ist die Welt  #122 Blatt und Blüte



Donnerstag, 15. Juni 2017

Ein Brandkraut kommt selten allein im Steppengarten

Natürlich ist der Juni unangefochten der Rosenmonat. Dann schleiche ich schnuppernd von Blüte zu Blüte durch den Garten,  gerne auch fünfmal an der gleichen Blüte, denn der Garten hat ja gerade einen Neustart hingelegt und da kann man die Blüten noch zählen. 
Seit diesem Jahr versucht allerdings eine ganz besondere Staude, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Entgegen allen Vermutungen, dass ich mich wohl noch mindestens ein Jahr auf Blüten gedulden muss, schoss das quirlige Brandkraut aus Elkes Garten auf einmal gleich dreifach in die Höhe. Während der mittlere Trieb noch unentschlossen verharrte, strengten sich die äußeren um so mehr an, die anderen Stauden im Beet zu übertrumpfen. 


Das Phlomis russeliana, das sich Russel-Brandkraut oder Syrisches Brandkraut nennt, hat nicht nur einen besonderen Namen, es hat auch ein besonderes Aussehen.
Es liebt eine sonnigen Platz, verträgt aber auch noch halbschattige Standorte. Absolut anspruchslos verlangt es nicht täglich nach der Gießkanne, wie seine neuen Nachbarn, die Sonnenblumen. 
Den Samen verstreut die Staude reichlich, da es auch im Winter noch eine gute Figur in den Beeten macht.


Wahrscheinlich wird aber bald die Lilie 'Noris King', eine Züchtung von Stefan Strasser aus dem  Hortus Lilium, versuchen, sich in den Vordergrund zu drängen. Lilien konkurrieren aber nicht mit den Rosen, eher versuchen sie die Beete mit ihren Blüten zu verschönern, wenn die Rosen Pause machen.
Vor einem Monat durfte ich endlich mal während einer Gartenführung in der Erlanger Lilienarche den wunderbaren Naturgarten bewundern.  Stefan Strasser sammelt und vermehrt vom Aussterben bedrohte Lilien. 
Eigentlich wollte ich mir diese Art Lilien nicht mehr zulegen, weil sie immer vom Lilienhähnchen befallen waren. Nachdem ich den Gärtner fragte, ob er Probleme mit den Lilienhähnchen habe, fragte er mich, wie viele Lilien ich denn im Garten hatte. Nur eine? Alles klar, man sollte schon mehrere haben, sonst stürzen sich eben alle Käfer auf die eine Pflanze. Er suchte mir dann ein Exemplar heraus, das schon mal einige Ableger von unten treibt.



Wahrscheinlich sollte man auch mehrere Brandkräuter haben. Man kann natürlich geduldig warten, bis es als Samenschleuder um sich wirft oder Ausläufer treibt. Muss ich aber nicht....
Vor einem Monat ungefähr, erhielt ich aus dem Kleinen Staudengarten von Marita ein Paket  und das enthielt gleich mehrere Ableger von ihrem Russel-Brandkraut.




Auch diese Exemplare fanden einen Platz neben den Sonnenblumen und meinen geliebten gelben Rudbeckia 'Goldsturm'. Das Brandkraut braucht schließlich konkurrenzstarke Partner. Inzwischen ist noch eine geschenkte Färberkamille eingezogen. Geschossen ist auch der im Frühjahr ausgesäte Goldlack, ebenfalls aus Elkes Garten. Daneben eine gefundene Schwertlilie, die jemand im Wald entsorgt hatte. 

Zusammen mit der Färberkamille erhielt ich diese Woche einige andere Pflanzen. Ein Topf war beschriftet mit 'Sämling von Blume aus Nachbars Garten'. Inzwischen kenne ich mich ja aus.....es zog also das dritte mal ein Brandkraut in den Garten. Also, wenn das so weitergeht.....:-)
Vielleicht sollte ich ja ein Steppenbeet draus machen. 




Im Botanischen Garten Leipzig blühte das Brandkraut wunderbar im Steppengarten. So hätte ich das auch gerne mal....:-))
Im Vordergrund ein gelbblühendes Kurdisches Fingerkraut. 


und in Rosa die Bunte Kronenwicke (Securigera varia) 



In Kombination mit der Purpur-Witwenblume, Knautia macedonica






Nicht nur Phlomis russeliana.....

Phlomis agraria, Acker-Brandkraut






Phlomis purpurea, Jerusalem-Salbei


Hier geht es zum Teil 1 des Botanischen Garten Leipzig


Naturdonnerstag bei Ghislanas Jahreszeitenbriefe